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Der einzige Kommunist, der mich zum Weinen bringt

Gestern war Party angesagt: Peter Gingold ist 90 Jahre alt geworden!
Die Festivität fand im DGB-Haus statt, Organisator war wohl Peters Partei, die DKP. Entsprechend fiel das Essen (Gulaschsuppe, Würstchen mit Kartoffelsalat), Trinken (Bier) und Musik (Liedermacher) aus. Klingt grauenerregend - war toll. Schon der Anblick der Massen von Grauhaarigen, die aus voller (Hühner-)Brust "Bella Ciao" und "Avanti Popolo" mitträllerten, hat mich dahinschmelzen lassen. Und als dann der schwer kranke Peter Gingold, der in den letzten Woche von seinen Töchtern aufgepäppelt werden musste, an das Rednerpodium trat und eine seiner mitreißenden Freestyle-Reden (Markenzeichen: die linke Hand spricht mit und saust dauernd auf und ab) hielt, war ich endgültig begeistert. Schon der Dank an die Organisatoren und seine Vorredner war herzzerreißend, und als er dann von seinem Leben erzählte, wie er die "dunkelste Nacht der Menschheit" überstanden und den "Morgengrauen" des 8. Mai 1945 erlebt hatte, und die drei Säulen seines Politikverständnisses und zugleich Fitnesskonzeptes - Bewegung auf wöchentlichen Demos, Gehirnjogging durch theoretische Lektüre und Liebe bis ins hohe Alter - erläuterte, war ich - wie schmalzig das auch immer klingen mag - wirklich erschüttert über so viel Herzlichkeit, Menschlichkeit und Euphorie, die dieser alte, vom Leben so gebeutelte Mensch zu versprühen vermag. Mögen uns auch theoretische Gräben noch und nöcher trennen - seine umarmende aber nicht erdrückende Art, sein Umgang mit Freunden und Bekannten, sein beständiges Eintreten für eine bessere Welt, seine ungebrochenen Begeisterung für den Kommunismus ist mir unendlich sympathischer als die meisten Genossinnen, mit denen ich Musikgeschmack, Studienfach und politische Ausrichtung teile.
In diesem Sinne:
Herzlichen Glückwunsch, Peter Gingold, und "trotz dem Klassenfeind noch einige Jahre mehr ab"!



P.S.
"Wie kann man da nicht Kommunist sein?" - Gespräch mit Peter Gingold
11.3.06 16:14





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